F13.10.06>>
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Freitag, der Dreizehnte
F13 - Eine Art Fasching, aber subversiv
Allgemein
Freitag, der Dreizehnte
Bis zu dreimal im Jahr bietet uns der Kalender diese mythische Datumskombination.
Ein Jahr für Jahr wachsendes Netzwerk von Initiativen aus dem künstlerischen und sozialen Bereich entwickelt einen neuen urbanen Volxbrauch. Das Team und die VerkäuferInnen der Wiener Straßenzeitung Augustin sind Mitinitiatoren dieses Projekts. Das Kürzel F13 steht für einen Aktions- und Feiertag für Menschen, denen mangels Konsumkraft der öffentliche Raum entzogen wird oder die gesellschaftliche Diskriminierung erfahren.

F13 ist viel mehr als Lobbying mit ungewöhnlichen Maßnahmen für Unterprivilegierte.
Was den Aktionstag einzigartig macht, sind die drei F13-Standards:
Erstens werden die von Ausgrenzung Betroffenen selber aktiv in Erscheinung treten und den öffentlichen Raum frech auch dort besetzen, wo sie im Alltag unerwünscht sind.
Zweitens werden Künstlerinnen und Künstler, AktivistInnen aus sozialpolitischen Initiativen und aktive Betroffene spielerisch die Grenzen zwischen künstlerischer und sozialer Aktion auflösen.
Drittens "gehört" das F13-Label niemanden, für jedes Projekt im Rahmen des Aktionstages ist die entsprechende Gruppe eigenverantwortlich. Sie bestimmt auch den Provokationsgehalt der Aktion.

Das F13-Netzwerk, das bereits seit 2002 die mythischen "Unglückstage" in Tage der überraschenden Straßenaktionen verwandelt hatte, lädt alle Personen und Initiativen aus dem sozialen und künstlerischen Bereich ein, an jedem Freitag dem dreizehnten eigene Ideen zu verwirklichen und so einen Beitrag zu leisten, eine Art neuen urbanen "Volxbrauchs" in die Welt zu setzen.

Das Kürzel F13 steht auch für eine noch junge Bewegung, die 2002 begonnen hat, an der "Unglückstag"-Bedeutung mit praktischer Ironie zu rütteln und einen neuen urbanen Volxbrauch zu entwickeln: F13. Ein Netzwerk von Personen und Gruppen aus dem sozialen und künstlerischen Feld überzieht seither an jedem Freitag den dreizehnten die Stadt, hauptsächlich deren öffentlichen Raum, mit einer Vielzahl von Aktionen, denen zumindest eines gemeinsam ist: Sie sind ein Appell gegen die soziale Ausgrenzung "unerwünschter" und "ökonomisch unnützlicher" Milieus, Gruppen und Individuen.

Generell wünschen sich die F13- engagierten von den Behörden, die freie Benützung des öffentlichen Raumes zu garantieren: "Es ist verboten zu verbieten."

Worin sich das Netzwerk einig ist:
1. Es gibt keine zentrale F13-Organisation. Jede Gruppe verwirklicht ihre Idee autonom und kann sich des F13 Labels bedienen. Das Logo von Carla Müller ist von www.f13.at bei Bedarf herunterzuladen.
Die Ankündigung der einzelnen Aktivitäten und nachher die Dokumentation im Augustin ist ein freies Angebot.

2. F13 ist kein politischer Aktionstag und andererseits kein Tag der Straßenkunst. F13 verschränkt beides, ist ein Tag der künstlerischen und sozialen Aktionen bzw. von hybriden Projekten, die nicht mehr einseitig „der Kunst“ oder „der sozialen Bewegung“ zuordenbar sind. Jede Seite gebraucht ihre eigene Aktions-Sprache, die populär und amüsant sein kann, aber auch höchst irritierend und tabubrechend.

3. Selbstorganisation bzw. Mitwirkung der von sozialer Ausgrenzung Betroffenen muss ermöglicht und angestrebt werden.

4. Niemand kann einem das Atmen verbieten, also fragen F13-AktivistInnen auch nicht um Erlaubnis, ob sie den öffentlichen Raum benützen dürfen.

Wenig ist genug
Konsumkritik 03/14